Wir sind am Strand und machen Pause.

Als QC und Ramon, die beiden Frontmänner am Meer, 2007 ihren Mundart-Erstling «Vou im Biud» veröffentlichten, horchten Medien und Konzertveranstalter erstaunt auf: «Aufsehenerregend!» (SonntagsBlick), «die witzigste Mundart-Band» (DRS3), «Unterhaltung mit subtilen Wortspielereien» (Berner Zeitung BZ). «Männer am Meer» erhoben sich aus den Untiefen der See. 2008 kam das zweite Album «Mit dem Rücken zum Strand» und aus einem Duo mit begleitender Liveband wurde eine fest verschweisste, 9-köpfige Combo. Mit dem Song «Rägetage» (feat. Kuno Lauener) und «741» landete die Band nationale Radiohits. Zig Konzerte vom Wallis bis an den Bodensee, von Hinterhöfen bis ans Gurtenfestival: «Männer am Meer» spielten sich in die Ohren eines breiten Publikums.

Nun tauchen «Männer am Meer» wieder auf und präsentieren ein wunderbares Stück Popmusik: «MIT ABSICHT», das dritte Werk der Berner Band brettert los, bremst ab, beschleunigt und rollt nach gut einem Dutzend Nummern sanft aus. «MIT ABSICHT» glänzt mit feinem Wortwitz und kreativen Soundkonzept. Und: Alles hat seinen Platz. Der Klang, die Arrangements, der Vibe, der Charme. Sie selber sagen von sich: «wir sind musikalische Zigeuner, immer unterwegs mit einer brennenden Seele». Sind da etwa aus erwachsenen Kindern mit lustvollem Spieltrieb nachdenkliche Pop-Troubadouren geworden?

Ganz und gar trennt sich die Band nicht von der Zweideutigkeit ihres Tuns: Das liebevoll gestaltete Booklet des neuen Silberlings kann nur mittels beigelegter Farbfolien gelesen werden. Eine rote Folie für die A-SICHT und eine blaue für die B-Sicht. Ergibt summa summarum ABSICHT. Ein weiteres Beispiel gefällig? Das Cover besteht aus Profilfotos von facebook friends der Band. Die Liebe zu solchen Details scheint die Band ebenso zum eigenen Markenzeichen machen zu wollen wie der Anspruch, dass es in der Schweizer Musiklandschaft neben den gewohnten Schweizerdeutschen Liedzeilen noch andere Schubladen zu öffnen gibt.

«Männer am Meer» sind zwei Kapitäne und 7 Matrosen die vorgeben, alles gesehen und trotzdem kaum etwas begriffen zu haben. Sie haben mehr Fragen als Antworten: Spielfreudig, schelmisch, herzhaft und herzlich frech.